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Indonesien Reisebericht

Nun, da mein 4-monatiger Aufenthalt hier in Indonesien rum ist, will ich euch einen Bericht und meine Fotogalerie über dieses Land mit Tipps und Tricks, Insidern und persönlichen Eindrücken an die Hand geben.

1. Allgemeines zu Land und Leuten

Moscheen gibt es auf Jawa unendlich viele und sie sind laut!!! Nicht nur 5x am Tag beschallen die Gebete die gesamte Umgebung

Indonesien besteht aus zigtausenden Inseln. Auf fast jeder herrschte eine bzw. herrschten mehrere Kulturen. Die jahrhundertelange Kolonialisierung und das Eindringen west-östlicher Religionen zerstörte so gut wie den gesamten Kulturschatz. Das durch die Kolonialherren ausgesprochene jahrhundertelange Schulverbot für Einheimische und das damit sehr niedrige Bildungsniveau hat zu einer kaum englischsprechenden, nicht nachhaltigkeitsorientierten und sehr traditions- und religionstreuen Bevölkerung geführt.
Ich denke, dass dies, trotz unglaublich freundlicher Leute, die einem ein sicheres Reisegefühl geben, Gründe dafür sind, warum Indonesien, außer den Inseln Bali, Lombok und Flores, so unattraktiv für Touristen ist. Ein anderer Grund ist bestimmt die radikale Besiedelung und Zerstörung der Natur, der Verkehr, die Menschenmassen und der Dreck, sowie die schlechte Presse, was Regierungsentscheidungen, Naturschutz und Tierwohl in diesem Land angeht.

Angemalte Einsiedlerkrebse. Tierwohl gibt es in Indonesien nicht. Für Entertainment werden Tiere aller Art gerne missbrauchtn

Auch für mich stand Indonesien nicht auf meiner Prioritätenliste ganz oben. Klar, wollte ich das vielumschwärmte Bali und natürlich die Komodoinseln mit ihren Komodowaranen sehen. Aber ich wäre wahrscheinlich nicht abseits der normalen Touristenrouten unterwegs gewesen, wenn ich nicht eine Volontärstelle für 3 Monate auf Jawa angenommen hätte. Und so beginne ich mit Jawa.

2. Fotos in Indonesien

Fotos mit Fremden sind in Indonesien noch beliebter als eigene Selfies

Fotos von und mit Bules=Fremden sind sehr beliebt! Je weiter man sich von den Städten entfernt, desto attraktiver wird man und um ein Foto gebeten. Tipp: einfach Mundwinkel hoch und kurzes Selfie machen lassen, auch wenn es nach dem 50.Mal zu nerven beginnt! Ihr könnt auch niedliche Kinder, oder ausdrucksstarke ältere Personen um ein Foto bitten (nicht scheu sein), die freuen sich wie Schnitzel, wenn ein Bule daher kommt und Fotos mit ihnen machen will. FOTOS stehen wirklich sehr weit oben!!!!

3. Jawa

Beim Anflug auf Jakarta wird das Ausmaß der Naturzerstörung auf der meistbesiedelsten Insel der Welt schon sichtbar

Jawa ist die meistbesiedelste Insel der Welt. Jawa ist Sitz der Hauptstadt Jakarta. Von Jawa fliehen die meisten Touristen schnell wieder, weil meist Jakarta der abschreckende erste Ankunftsort ist.
Reisen in Jawa ist aber relativ leicht und komfortabel. Hier gibt es die einzige Zugstrecke Indonesiens mit der man die wichtigsten großen Städte je nach Ticket-Klasse mehr oder weniger komfortabel, aber immer günstig bereisen kann. Außerdem verbinden kleinere Orte öffentliche Busse DAMRI. Kürzere Distanzen können leicht und billig mit den überall verfügbaren Bluebird-, Grab-Taxis, oder Grab-/GoJek-Motorbiketaxis zurückgelegt werden.

Tipp Indonesien:
– installiert unbedingt die Grab- und GoJek-App auf eurem Handy –> günstige Taxis

– kauft euch eine SIM-Karte und mobile Daten am Flughafen oder außerhalb in einem der zahlreichen Läden dafür

– weite lange Kleidung westlich von Bali, da muslimisch

– OHRSTÖPSEL: Indonesier sind laut: Moscheen, Hochzeiten, Karaoke, Feuerwerk…

– Schlafmaske: Indonesier haben im Dunkeln Angst vor Geistern, darum werden Nachts grelle Lichter angemacht

– für Frauen: es gibt in Indonesien, wie in vielen asiatischen Ländern keine OB’s! Am besten ihr benutzt einen Menstruations-Cup

3.1 Jakarta

Ein Reisender beschrieb Jakarta als den „menschenfeindlichsten Ort“ den er je besucht hatte. Mit seiner, schon beim Anflug deutlich sichtbaren Smogglocke, den verstopften Straßen, dem Kuddelmuddel aus modernen Hochhäusern und armen Einfamilienhüttchen, dem verdreckten Ciliwung-Fluss, den stinkenden Ecken und den nicht bekannten Sights-to-See, ist dieser Eindruck schnell geweckt. Wer sich trotzdem die Zeit nehmen will, Jakarta ein bisschen kennen zu lernen und ein Gefühl vom Leben in dieser Großstadt bekommen will, der sollte dringend seinen Besuch auf einen Sonntag legen. Warum, erfahrt ihr weiter unten.

Vom Flughafen in die Stadt

 

Der niegelnagelneue Flughafenzug verbindet den Internationalen Flughafen mit der City

Mittlerweile ist der Flughafen wunderbar, bequem und sauber mit dem Airporttrain zu erreichen. Für 75k IDR kommt man bequem bis zu den Bahnhöfen BNI\Sudirman und Msanggarai. Von dort aus kann man entweder weiter per Grab-Taxi, Bluebird-Taxi, öffentlichem Bus, oder Zug.
Jakarta entdecken

Jakarta entdecken

Am Sonntag gibt es den carfree-day.

Am carfree day tummeln sich die Einheimischen auf den großen, für Autos gesperrten Strassen

Von 6-11 Uhr sind zwei der großen Boulevards in Mitten von Jakarta (Jl. Sudirman und Jl. Thamrin) für Autos gesperrt und so kann man ungestört mit einheimischen Einwohnern um den Kreisverkehr des Welcome-Monuments auf den Straßen wandeln, dem Treiben der Straßenhändler und -künstler zusehen und die ersten Selfies mit der Jugend machen lassen (als Bule = Fremde, wird man sofort entlarvt und da Selfies einen großen Stellenwert bei den Indonesiern haben und Fremde auf Jawa nicht ganz so oft gesehen werden, sind Fotos mit Bules sehr gefragt). Dass man hier nur noch Kinder sieht, die sich verkleiden und verrückt tanzen und keine Affen mehr, ist dem erfolgreichen Kampf von JAAN gegen die Haltung von Tanzaffen in Jakarta zu verdanken.

Wenn genug gesehen, kehrt man am Besten in der Rooftop-Pool-Bar des Kempinski Hotels auf einen Kaffee (60k IDR) und vielleicht ein Bad im Pool ein.

Aussicht vom Kampinsky Hotel
Monument Nasional, kurz Monas von Jakarta

Von hier aus bietet sich ein toller Blick in alle Himmelsrichtungen, sodass man einen weiteren Eindruck der Stadt erhält. Je nachdem wieviel Zeit ihr habt, könnt ich danach in eine der zahlreichen Malls die kühle AC-Luft genießen, zum Nationalmonument (Monas) fahren und von dort oben nochmal einen Blick auf die Stadt werfen (mir war die Schlange zu lang!), oder zur Kota-Station fahren und die paar übrig gebliebenen Kolonialhäuser suchen, oder Museen besuchen.

Öffis in Jakarta
Busse, Taxis, Motorbikes bringen einen von A nach B
Liniennetz der Busse in Jakarta

Es gibt die Linienbusse von transjakarta, die günstig und bequem sind. Wenn man mit dem Busplan Schwierigkeiten hat, wendet man sich an einen Einheimischen der Englisch kann und bittet um Hilfe. Es gibt auch eine Doppeldecker Sightseeing Linie, die einen zu allen wichtigen Sights bringt. Ausserdem gibt es ein ziemlich gutes Zugstreckennetz. Nicht zu vergessen mal wieder for Taxis, und Motorbiketaxis.

Sorry, und das waren auch schon meine Sightseeing-Erlebnisse in der Stadt.

3.2 Mit dem Zug nach Bandung

Ca. 3h Zugfahrt entfernt von Jakarta liegt Bandung, welches als das „Paris von Indonesien“ bezeichnet wird. Ok, diesen Eindruck weckte die Stadt nicht in mir, aber sie war definitiv sehenswerter (häusertechnisch) und sauberer als Jakarta. Ich war dort nur kurz, hauptsächlich um in einer Affenauffangstation zu arbeiten und so kann ich nichts zu den Unternehmungen im Umkreis sagen. Wenn ihr aber mit dem Zug hinfahrt, dann bucht die super supreme Priorityklasse! So habt ihr eine mega komfortable Zugfahrt vor euch! Kosten hin und zurück 500k IDR. Das Zugticket sollte im Vorhinein gebucht werden, was ohne nationale Bankkarte nicht geht. Entweder, man bittet also an der Rezeption seiner Unterkunft um Hilfe, oder fährt direkt zum Bahnhof und kauft am Schalter. Bandung hat deutlich kühlere und angenehmere Temperaturen als Jakarta, weil es höher liegt. Die Zugfahrt führt in die grünen Berge und man kann immer wieder Blicke auf idyllisch gelegene Reisfelder in schönen Tälern erhaschen.

3.3 Bogor und Umgebung

Bogor’s Stadtbild ist geprägt von vollgestopften Strassen

Ca. 2 Stunden mit dem Nahverkehrszug entfernt, am Fuße des Salak Berges liegt Bogor. Diese mit Autos und grünen Angkots (kleine öffentliche Minivans zum Transport von bis zu 16 Personen!!) vollgestopfte Stadt hat ihre Sehenswürdigkeiten eher außerhalb.

Im Botanischen Garten suchen die Einwohner von Bogor ihre Entspannung, oder in einer klimatisierten Mall
Badespaß im Ciliwung- Fluss

Einzig ganz in der Mitte liegt der botanische Garten, in dem am Wochenende die Anwohner ihre grüne Erholung finden. Lokale Freiwilligengruppen versuchen jeden Samstag den Fluss in der Stadt zu reinigen. Da sein Weg aus den Bergen noch nicht allzu weit ist, nutzen ihn die einheimischen Kinder tatsächlich zum Baden und toben. Von der westlichen Brücke kann man ihnen bei ihrem zweifelhaften frischen, aber unzweifelhaft spaßigen Bad im Fluss zusehen. Sie freuen sich auch unendlich, wenn man ihnen als Bule zuwinkt und ein Foto schießt.

Wer sich die Umgebung von Bogor ansehen will, dem kann ich Tom als Guide nur ans Herz legen. Er bringt euch mit lokalen Transportmitteln zu den Sehenswürdigkeiten. Das ist nämlich nicht ganz einfach und braucht Zeit, ist aber sehr aufregend und erlebnisreich. Natur hat einen hohen Stellenwert bei Tom und wer vor einer Übernachtung in einer super basic Bambushütte inmitten von Natur und Reisfeldern nicht zurückschreckt, der erlebt in Toms selbstgebautem kleinen Hüttchen eine naturnahe und eindrucksstarke Nacht. Das Froschkonzert begleitet einen in den Schlaf und morgens kann man zu wunderschönen Wasserfällen wandern und eine Dusche nehmen. Kontaktiert einfach Tom über Facebook!!! Er bringt euch auch in den Salak Nationalpark, wo ihr ebenfalls zu Wasserfällen wandern könnt. Wobei diese gerade am Wochenende sehr überlaufen sind. Ausserdem könnt ihr eine Teeplantage in der Nähe von Bogor besuchen. Da war ich aber nicht und darum mehr zu:

Der Salak Nationalpark
Natur im Salak Nationalpark

Den Salak Nationalpark erreicht ihr von Curug Nangka aus. In diesem Bergdorf habe ich 3 Monate gelebt, weil hier eben auch das International Animal Rescue Center für Plumploris und Makaken stationiert ist. Ihr kommt übrigens an dem Zentrum vorbei, wenn ihr in den Nationalpark gehen wollt. Im Park gibt es die obligatorische Picknickarea im Pinienwäldchen, wo man seine Hängematte aufhängen und verweilen, oder campen kann. Wen es zu den Wasserfällen zieht, der folgt dem Hauptweg entlang des Flusses. Zum Baden empfehle ich Frauen ein Shirt und ne Short über den Bikini zu ziehen.

Curug Nangka
Sasaungan Rikis Unterkunft im Salak Nationalpark
mit netter Anlage

Da dieses Bergdorf ein beliebtes Wochenendziel für Jakartarianer (?) ist, gibt es dort auch viele Übernachtungsmöglichkeiten. Riesige Resorts, Villas, Homestays und Bambushütten können angemietet werden. Eine Unterkunft, die ich zwar nicht selbst bewohnt habe, an der ich aber oft vorbeigekommen bin und schön fand, ist …. Direkt am Eingang zum Nationalpark gelegene kleine Bambushütten im lokalen Stil (geschlafen wird oben, der untere Bereich ist offen und dient zum Relaxen im Schatten während des Tages) und ein Pool liegen recht idyllisch in einem Tal am Parkeingang. Einkehrmöglichkeiten gibt es in zahlreichen Foodstalls ganz in der Nähe.

Entdecke Jawa Richtung Osten

3.4 Yogjakarta

Prambanan-Tempel

Der Kulturhotspot auf Jawa ist Yogjakarta. Hier kann man einen Palast, ein Wasserschloss, Hinduistische und Buddhistische Tempel besuchen, oder sich ein altes Ballett anschauen, versuchen blind durch zwei Bäume zu laufen und sich dabei was zu wünschen, zum Souvenirshopping entlang der Maliboro Straße gehen, oder sich massieren lassen. ABER bitte fahrt nicht mit einem der Pferdewägen!!!

Pferde vor Wagen eingespannt. Bitte achtet auf die unsymmetrische Hufform!

Die Pferde sehen nicht sehr gut aus, müssen viele Stunden am Tag arbeiten und bekommen keinen Ausgleich für ihr Abgerackere… besteigt anstatt dessen lieber eine Fahrradrickschah, oder schlendert zu Fuß durch die kleinen verwinkelten Straßen der Altstadt.

Bromo-Ijen-Bali

Die zwei sehenswertesten Vulkane Jawas und die Strecke nach Bali haben wir ganz bequem mit einer geführten 4 Tagestour erkundet. Trip N Treat stellte einen Guide, einen Fahrer, einen PKW und organisiert alles drumrum wie Übernachtungen, Tagesprogram, Eintrittskarten, lokale Guides, das Fährticket nach Bali und die dortige Verbringung zu unserer Unterkunft. Wir waren sehr zufrieden und können den Anbieter sehr empfehlen!
Von Yogjakarta fuhren wir mit dem Zug 8h nach Malang, wo wir abgeholt wurden und die Tour begann.

Das bunte Dorf in Malang. Ein schönes Beispiel, wie ein Schandfleck zu einer Touristenattraktion wird!

Erstmal besuchten wir mit unserer Guidein Amy das bunte Dorf in Malang, welches man schon bei der Anfahrt vom Zug aus sehen kann. Dann fing es zu unserem ersten Hotel.

3.5 Bromo Mountain

Madakaripura Wasserfälle

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Auto Richtung Bromo Mountain. Auf dem Weg besuchten wir noch den tollen Madakaripura Wasserfall, bevor es kurvenreich hinauf in die Wolken und die Kälte ging. Nach einer kalten und kurzen Nacht, brachte uns ein von Amy gemieteter Jeep durch die Dunkelheit auf den Gipfel. Von dort aus führte uns Amy zu einer Aussichtsplattform, von der aus wir mit vielen anderen dem Sonnenaufgang entgegenbibberten. Die aufsteigende Sonne gab ganz langsam immer mehr des bizarren und atemberaubenden Panoramas auf den Bromovulkan, den höchsten Berg Jawas, sowie das Tal darunter frei. Als die Sonne aufgegangen war und die Aussicht ausreichend bestaunt worden ist, ging es mit dem Jeep hinunter auf das Plateau. Von hier aus marschierten wir mit vielen Menschen und Pferden, die fussfaule Touristen trugen, zu einer Treppe: dem Einstieg zum Aufstieg des Bromokraters.

Die Menschenkarawane auf den Kraterrand

Schön im Gänsemarsch geht es Stufe um Stufe hinauf zum Kraterrand.

Der Bromo Krater

Von dort aus kann man das Wasser tief im Schlund brodeln hören, die Dampffahne aufsteigen sehen und den Blick auf die, aus dem Nebel auftauchende Ebene mit dem göttlich geschützten Tempel schweifen lassen. Der Tempel überstand, durch den Schutz einer göttlichen Hand, all die Ausbrüche des Bromo. Von dem letzten Ausbruch ist, der sich vor dem Tempel teilende, erkaltete Lavastrom noch zu sehen.

Eine göttliche Hand scheint diesen Tempel zu schützen

Bevor es weiter nach Banjuwangi und zum Ijen Krater geht, hier noch ein paar Tipps fuer Bromo:

Tipp Bromo:
– Warme Kleidung mitnehmen
– Mundschutz gegen den Staub mitnehmen
– Keine Blumensträuße als Opfergaben kaufen, da diese aus dem Nationalpark gepflückt werden, wo sie den Insekten und Vögeln fehlen
– Stellt euch auf eine kalte Nacht auf dem Bromoberg ein. Vermeidet das Losmen Adas Hostel, da unverschließbare Lüftungslöcher über den Fenstern, kalter unbrauchbarer Dusche und ungemütliche Atmosphäre.

Nach Banjuwangi durch das Habitat der Jawarinder

Entlang der Küste, die zu einem Badestop im Meer einlädt, geht es auf der einzigen Verbindungsstraße von Jakarta nach Bali durch einen Nationalpark Richtung Banjuwangi.
In dem Baluran Nationalpark leben, oder lebten die streng geschützten Jawarinder. Da dort oft verheerende Feuer wüten, wurden von Menschen Akazienbäume gepflanzt, die feuerresistenter sind. Leider breiteten sich diese Akazien ganz unvorhersehbar aus und vertrieben mit ihren stachligen Rinden und Zweigen die sensiblen Rinder, die sich nicht mehr durch das Dickicht bewegen wollten.

Banjuwangi

Die meisten Touristen besteigen den Ijen ganz früh am Morgen, um im Dunkeln bei den Schwefelquellen im Kraterbecken anzukommen und die blauen Feuer bestaunen zu können. Von daher bietet sich eine Übernachtung in Banjuwangi an, von wo aus man die Tour samt Anreise, Guide und Gasmasken organisieren kann.

3.6 Die Schwefelquellen und blauen Feuer des Ijen Kraters

Früh morgens geht es mit Minivans hinauf zum Parkplatz und Start der Wanderung. Anstrengende, relativ kontinuierlich steile Höhenmeter sind zu überwinden, bis man im Dunkeln oben am Kraterrand ankommt. Auf dem Weg passiert man eine Imbissstation und unzählige schnaufende, erschöpfte Touristen. Oben angekommen, muss der verschwitzte Körper erstmal winddicht eingepackt werden, bevor man sich die Gasmaske anlegt und den felsigen, schmalen, rutschigen und vollgestopften Abstieg in den Krater beginnt. Trittsicherheit ist gefragt, was vielen der Wanderer fehlt. So ist der Abstieg nicht nur wegen der Dunkelheit, der Schwefelgerüche und der sich hinab schlängelnden Taschenlampenkette ein spannendes Erlebnis.
Unten angekommen hat man Glück oder nicht. Bei uns hatte es am Tag zuvor und in der Nacht geregnet. Die Nässe produzierte zu viel des Schwefeldampfes und so waren die blauen Feuer nur sehr sehr klein und undeutlich zu erkennen. Auch wenn die Feuer nicht so sichtbar sind, wie auf vielen Bildern im Internet, ist die ganze Wanderung, der in der Dämmerung erscheinende blaue Kratersee und die gelbe Farbe der Felsen rund um die Schwefelquelle ein einzigartiges Erlebnis, was es die Anstrengung wert macht.

Im Ijenkrater

Ist man wieder am Kraterrand, kann der Sonnenaufgang und die sich aufdeckende wunderschöne Bergwelt in der Ferne bei einem Schluck heißen Kaffee aus der Thermoskanne bewundert werden. Der Weg hinunter ist dann sehr viel kurzweiliger als der Aufstieg, da man die Natur am Wegesrand und die Bergwelt um sich hat und genug Puste, um sich mit dem lokalen Guide zu unterhalten und mehr über sein hartes unversichertes Arbeitsleben als Schwefelschürfer zu erfahren.

Tipp Ijen:
– Beim Anstieg kontinuierlich stetig und in seiner eigenen Geschwindigkeit gehen
– beim Kraterabstieg Ruhe bewahren und den lokalen Guides vertrauen. Die kennen das Gelände im Schlaf, denn sie arbeiten tagsüber fast alle als Schwefelschürfer. Mit dem Job als Guide in der Nacht, verdienen sie sich etwas dazu, um ihre Kinder in die Schule schicken zu können, damit ihnen die harte Zukunft ihres Vaters erspart bleibt  nehmt euch also einen lokalen Guide
– Plastikregenponcho einstecken: der ist leicht, verdeckt auch den Rucksack bei Regen und schützt gegen Wind.

Mit der Fähre nach Bali
Die Fähre nach Bali ist eine einzige Dreckschleuder: da hilft nur Nase abdecken, oder unter Deck verschwinden

Von Banjuwangi kann man mit der Fähre (1h)nach Bali übersetzen. Die Überfahrt und die Abholung wurde von unserer lokalen Reiseleiterin übernommen, von daher kann ich da wenig drüber sagen.

4. Bali

Tempel prägen das Bild von Bali

Wir waren in Bali nur in Ubud und in Padangbai Beach zum Tauchen. Mein Freund hat dort seinen Tauchkurs gemacht und so blieb uns keine Zeit mehr von der Insel und ihren Zauber zu entdecken. Von daher nachfolgend nur ein paar Worte über Ubud und Padangbai Beach. Aber über Bali gibt es eh schon Unmengen an Reiseberichten im Internet, weil das DER Teil von Indonesien ist, den jeder kennt.

4.1 Ubud

In einem der vielen Bambushüttchen inmitten der Reisfelder lässt sich toll ausspannen

Unser erster Stop auf Bali war Ubud. Nach dem eher untouristischen und muslimischen Jawa, war die Freiheit, die überall vorhandenen Annehmlichkeiten (Bars, Restaurants mit internationalem Essen, Massagestudios, Mopedverleihen, Souvenirshops, Boutiquen,…) durchaus schön zu erleben. Wir übernachteten im Cantik Guesthouse (Cantik heißt schön, und das war es), welches ich nur empfehlen kann, von wo aus wir einen Roller mieteten und die Umgebung mit den Reisfeldern und Tempeln erkundeten. Wir hätten sicher noch 1-2 Tage länger in Ubud bleiben können. Aber der Tauchkurs von meinem Freund startete, weswegen wir uns mit dem Taxi nach Padangbai Beach aufmachen mussten. Eigentlich fahren öffentliche Busse zu dieser Bucht, da von dem dortigen Hafen die Fähren nach Lombok und den Gili-Inseln ablegen. Aber wegen des vorherigen Erdbebens, gab es diesen Bootsverkehr nicht und so wurden auch alle öffentlichen Verkehrsmittel eingestellt.

4.2 Padangbai Beach

Aussicht vom Balkon des Padangbai Beach Inn auf Padangbai Beach

Wir wohnten im Padangbai Beach Inn, welches Zimmer mit Balkon direkt aufs Meer hat. Wir genossen den 5-tägigen Aufenthalt in dieser Unterkunft sehr. Die Bucht ist trotz des Hafens eigentlich wunderschön und das Wasser sehr sauber. Leider ankern aber ÜBERALL kleine Fischerboote, was das Schwimmen im Meer so gut wie unmöglich macht.

Unattraktiver Strand von Padangbai Beach
Attraktiver White Sand Beach in kurzer Fußmarschnähe

Auch lädt der schmale, sehr verdreckte Strand nicht zum gemütlichen Liegen ein. Glücklicherweise gibt es aber den White Sand Beach in kurzer Fußmarschnähe südlich davon und die Blue Lagoon nördlich davon. Ich war nur am White Sand Beach, weil der Wellengang zum Schnorcheln in der Blue Lagoon zu hoch war. Am White Sand Beach ist es aber wunderschön. Es gibt Schatten, es gibt kleine Restaurants und vor allem Sand und türkises Meer!! ACHTUNG: überall liegt scharfen Korallenschrott und Felsen, die bei Wellengang gefährlich werden können. Sucht euch also bei hohen Wellen mit Bedacht eure Eintrittsstelle!!

Tauchen in Padangbai Beach

Den Tauchkurs OWD und den Tauchausflug machten wir bei der deutschen Tauchschule Paradise Diving direkt in

Bei Nusa Penida kann man am Mantapoint Mantas bestaunen

Padangbai Beach. Wir waren mit der Freundlichkeit, Unkompliziertheit und Organisation sehr zufrieden. Mein Tauchausflug führte mich 1. zum Mantapoint im Süden Nusa Penidas, der außer die, natürlich wunderschönen Mantas nicht viel zu bieten hat und 2. nach Cental an Nusa Penidas Westküste, wo wir einen angenehmen Drifttauchgang entlang eines wunderschönen Riffs hatten. ACHTUNG: kaltes Wasser!! Zieht euch einen ganz engen Tauchanzug an und, wenn ihr habt, ein Surfshirt darunter!!

Tipp Padangbai Beach:
– White Sand Beach
– Essen im Omang-Omang
– Balinesische Massage im Padangbai Beach Resort

Kuta

Kuta kurz vor Sonnenuntergangh

Unser letzter Stop vor Abflug war dann Kuta, welches ganz in der Nähe des Flughafens liegt. Dieses ballermannhaft quirlige, vollgestopfte Örtchen mit dem endlosen touristenverseuchten Sandstrand war nichts für mich. Das war mir zu unauthentisch, zu kulissenhaft, zu viele Menschen. Aber für eine Nacht vor Abflug ok.

Kuta bei Sonnenuntergang

5. Wortschatz für Touristen:

Dinge die man selber sagt:

– Guten Morgen = Salamat pagi, oder nur Pagi
– Guten Tag = Salamat siang
– Guten Abend = Salamat malam
– Guten Appetit = Salamat makan
– Essen = makan
– Danke = Terima kasih, oder kurz Makasih
– Wieviel = Berapa
– Wo = Di mana
– gerne = Sama-sama (als Antwort auf Danke)
– Ja = ya
– Nein = Tidak
– Langsam = perlan
– Bisschen = sidikit
– Indonesisch = Bahasa indonesia, oder kurz bahasaDie

Zahlen, bzw. Bezahlung:

Wenn man Zahlen sagen muss, zB beim Einkaufen, kann man natürlich die Zahlen lernen, oder aber bis Zehn gut auch zeigen. Da aber die Kosten immer irgendwas mit Tausend, bzw. Zehntausend sind, macht es Sinn, dass ihr die meist verwendeten Zahlen lernt, denn da wird es schwierig mim zeigen

Fangen wir mit allem über zehn an: am häufigsten ist 15 = limapullu (häufig kostet ein Kilo Obst 15000, also limapullu ribu), 10 = sepulluh, 20 = duapulluh und der Rest kann mit Fingern und anfügen von pulluh wieder gezeigt werden (oder lernt halt die Zahlen bis 10)

Ribu = tausend, seribu = eintausend, duaribu = 2000 (soviel kostet meist ein Gorengan-Teilchen) und der Rest kann mit Fingern und anfügen von pulluh wieder gezeigt werden (oder lernt halt die Zahlen bis 10)

 Ratus = hundert. Es gibt kaum etwas zu kaufen fuer 100 IDR, also braucht ihr das erst, wenn es teurer wird und 100.000 IDR kostet)

ZAHLEN 1-10:

Satu, Dua, Tiga, Empat (gespr. mpat), Lima, Enam (gespr. nam), Tuju, delapan, sembilan, sepulluh

Geld

– IDR = indonesian Rupiah
– Roundabout 16.000 IDR (16k = enam (kurz nam) pulluh ribu) sind 1€

Dinge die man gefragt wird:

– Darimana – woher (Antwort: Jerman = Germany)
– Apa kabar – wie geht’s (Antwort: baik = gut)
– Mokomana – wohin gehst du (wird man meist gefragt, wenn man locals bei seinem Spaziergang durch die Natur trifft Antwort: jalan-jalan = spazieren)

Essen

– Goreng = frittiert
– Gorengan = frittierte Teilchen (meist Gemuese, oder Tempeh = aehnlich wie Tofu nur mit ganzen Sojabohnen)
– Pisang Goreng = frittierte Bananen
– Nasi Goreng = frittierter Reis
– Mie Goreng = frittierte Nudeln
– Sayuran = Gemüse
– Bua = Obst
– Ayam = Hühnchen
– Gular = Zucker
– Tanpa Gular = kein Zucker (da die Indonesier in alle frischen Säfte Zucker reinhauen, braucht ihr das vielleicht häufiger mal)
– Air panasch = heißes Wasser
– Es = Eiswürfel
– Jeruk = Orange
– Sup = Suppe
– Roti = Brot
– Susu = Milch
– Sancan = Kokosmilch