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Tripforanimals und Malaria

Uscha ging es leider vor kurzem gar nicht gut. Manchmal drückte sie mich an sich, weil sie Wärme brauchte. Dann wieder schob sie mich weg, weil ihr zu heiss war. Irgendwann dann, packte sie mich in einem Krankenhaus aus meiner Tasche und sagte mir, dass sie an Malaria erkrankt sei. Im Laufe des Aufenthalts erklärte sie mir, was das ist und ich erkläre es nun euch:

Malaria – Tropenfieber aus der Mücke

Malaria ist eine gefürchtete Erkrankung aus den Tropen. Der Name kommt vom französischen >mal air< = schlechte Luft und gibt Hinweis auf das Vorkommen. Tropische Sümpfe über denen feucht-warme Luft hängt, sind die Kinderstube der Anophelesmücke. Sie ist der Überträger der Plasmodien-Parasiten, die die Malaria auslösen. Ohne Anophelesmücke kein Malaria. Der Parasit muss sich in der Mücke erst zu dem richtigen Stadium entwickeln, welches dann beim Stich in die Blutbahn des Menschen injiziert wird. Und diese Entwicklung kann NUR in der Anophelesmücke erfolgen.

Die Mücke

Diese Mückenart braucht durchgehend warme Temperaturen und kommt deshalb vor allem in den Tropen vor. Sie ist hauptsächlich in den Abend- und Nachtstunden summend unterwegs. Sie sucht einen leckeren warmen Körper, den sie anzapfen kann, um das Blut zu trinken. In der Mücke platzieren sich die Plasmodien in der Speicheldrüse. Sie benutzen beim Stich, den Rüssel wie eine lustige Wasserrutsche, um platsch in das warme Rot des neuen Körpers einzutauchen. Nur ganz spezielle Stadien sind dünn genug für die Rüsselrutsche und nur sie wissen wie man sie benutzt. Diese Babyparasiten, wenn man so will, müssen sich aus einem „Papa“ und einer „Mama“ entwickeln. Diese geschlechtliche Vermehrung (also der Austausch von Chromosomen) findet im Mückenkörper statt. Das Insekt ist damit der sogenannte Endwirt. Die Menschen, oder das Tier, die krank werden, sind „nur“ die Zwischenwirte. In ihnen findet eine klonale Vermehrung statt.

Der Parasit im Mensch

Parasiten im Blut

Die Babyplasmodien, die mit Hilfe der Mücke in die Blutbahn der Wirte gelangen, suchen sich sofort Versteckmöglichkeiten, damit das Immunsystem mit seinen Abwehrzellen sie nicht findet. Ganz schlau schlüpfen sie also in die roten Blutzellen und lachen sich dort ins Fäustchen, weil das Immunsystem draußen doof guckt und sich wieder schlafen legt. In der Zelle ist es kuschlig und es gibt genug zu essen, sodass sich die Plasmodien wieder vermehren. Diesmal nicht indem „Männchen“ und „Weibchen“ zusammen verschmelzen, sondern, indem sie sich einfach teilen. Zack 2 Klone, Zack 4 Klone, Zack 8 Klone… bald schon ist es zu eng in der Zelle und die kleine Armee rüstet sich zur Invasion. Alle zur gleichen Zeit zerstören ihre Zelle und tataaa da sind die kleinen Trojaner. Jeder schnell auf der Suche nach einer neuen Blutzelle, in der sie er sich verstecken kann. Nun reagieren aber die Wächter des Körper und versuchen gegen diese Armee kleiner Plasmodien zu kämpfen. Es wird gemetzelt und gejagt, gefressen und getötet. Der Kampf bleibt nicht ohne Spuren: die Hitze im Körper steigt und der Wirt bekommt Fieber. Starkes, hohes Fieber, welches den Erkrankten flach legt. Sobald sich alle Plasmodien wieder in roten Blutzellen versteckt haben, ist das Blut sauber und das Immunsystem klatscht in die Hände und begibt sich geschwächt, aber siegessicher zur Ruhe. Nur, dass sich im Verborgenen die Parasitenmeute schon für den nächsten Angriff stärkt und vermehrt.

Parasiten in der Leber

Die Plasmodien, die es in Leberzellen geschafft haben, bleiben dort, vermehren sich auch, aber sehen es nicht ein, im Blut Fangermandl mit den Immunzellen zu spielen. Sie bilden eine größer und größer werdende Dauer-WG. Irgendwann, nach Wochen, wenn es mal Zoff zwischen den Mitbewohnern gibt, weil es einfach zu viele werden, dann brechen auch sie in den Blutstrom auf, um das Singelleben in einer Blutzelle auszuprobieren. Aber so ein Plasmodium ist nicht gerne allein und schwubs geht alles von vorne los.

Plasmodien in der Mücke

Glücklich ist der Parasit der zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort mit seiner Zelle schwebt, oder gerade frei im Blut paddelt. Ist nämlich wieder eine Mücke da, die ihren Rüssel durch die Haut jagt und genüsslich saugt, dann versuchen die Parasiten in diesen Sog zu strampeln. In der Mücke angekommen sind sie so glücklich, dass sie sich umarmen, verschmelzen, ihre Chromosomen austauschen und kleine Babyplasmodien produzieren, die dann wieder in die Speicheldrüse der Mücke wandern, um dort auf die Eröffnung der Rüsselrutsche zu warten. Und so schließt sich der Kreis.

Krankheitsbild

Durch dieses ganze Verstecken und Zellen zerstören im Blut, hat der Wirt also an einem Tag schweres Fieber und am nächsten fühlt er sich wieder gut, dann hat er wieder Fieber usw. Nur dass die Parasiten immer mehr, das Fieber immer schlimmer und der Wirt immer schwächer wird. Die kaputten roten Blutzellen fehlen dem Körper und zusätzlich muss der Abfall dieser Zellen entsorgt werden. Unsere Beseitigungsanlagen im Körper sind die Nieren. Kommen aber ganze Zelltrümmer mit dem Blutstrom an, dann verstopfen dort die winzigen Blutgefäße und das kann zum Funktionsausfall des ganzen Organs führen. Auch in der Leber, kommt es zu Schäden, durch die Plasmodien-WGs, die sich wie ein Ghetto dort ausbreiten. Letztlich kann auch sie nicht mehr. Was das bedeutet?Nichts Gutes für das Leben!

Behandlung

Glücklicherweise hat die medizinische Forschung Medikamente entwickelt, die dem Körper helfen, Malaria zu bekämpfen und zu überleben. Solche Medikamente hat Uscha bekommen und nun geht es ihr, Doc sei Dank, wieder gut!

Das Kuriose, Uscha hat ihre Doktorarbeit über Blutparasiten geschrieben und nun hat sie selber welche!