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Die Geschichte der Warane Baan-chan und Rocky

Von Koh samui aus, sind Uscha und ich für einen Tag auf die Nachbarinsel phangan gefahren. Wir haben die Fähre genommen und ließen uns an Deck den Wind durch Haar und Schuppen blasen.Ecki auf hoher See

Der Müll im Meer

Auf dem Meer trieben immer wieder Plastikflaschen und anderer Müll. Uscha erklärte mir, dass die Natur Plastik nur sehr sehr langsam abbauen kann. Anders als zum Beispiel Papier. Das ist ein Naturprodukt (aus Holz hergestellt) und verrottet deshalb fast so schnell wie Gemüsereste. Aber Flüssigkeiten kann man schlecht in Papier lagern und deshalb gibt es hier fast alle Getränke in Plastikflaschen. Da man kein Pfand bezahlt, bringen die Menschen in Thailand fast nie ihren Plastikmüll zum recyceln. Oft landet er in der Natur und wird dann vom Wind ins Meer geblasen.

Zu Besuch bei dem Reptilienretter von phangan

Aber ich schweife ab! Ich wollte doch von meinem Tag auf Koh phangan erzählen! Wir sind nämlich dorthin gefahren, um Stefan zu treffen, den Reptilienretter von phangan. Das ist ein deutscher Mann, der schon seit vielen Jahren auf dieser Insel wohnt. Er liebt Reptilien schon seit er klein ist, was ihn mir natürlich sehr sympathisch macht. In Thailand und auch auf der Insel gibt es viele Reptilien. Darunter sind auch Warane, Giftschlangen und Riesenschlangen.

Die Gefahren für Reptilien

Vor diesen großen Reptilien haben die Thailänder Angst. Also erschlagen und töten sie sie. Seit es Stefan auf der Insel gibt, können die Leute aber die Notfallnummer von reptile rescue phangan wählen und ihn rufen. Er kommt dann sofort mit seinem orangenen Auto angebraust, packt seine Ausrüstung aus und fängt die Schlange ein. Je nachdem, ob das Tier schon verletzt ist, oder nicht, muss er sie zur Beobachtung mitnehmen, oder kann sie sofort wieder in die Natur entlassen. Auch Warane müssen sich vor den Menschen, oder den vielen freilaufenden Hunden in Acht nehmen.

Die Warane bei Stefan

Warane sind Echsen, die ziemlich groß und wehrhaft sein können. Aber eigentlich nur, wenn sie Angst haben. Stefan hat einen solchen Waran auf dem Balkon in einem Terrarium.

Bengalenwaran beim Sonnenbaden

Das ist ein Bengalenwaran und heißt Baan-chan. Während er sich gesonnt hat, konnten wir uns gemütlich unterhalten und da hat er mir seine Geschichte erzählt.

Die Geschichte vom Bengalenwaran Baan-chan

Beim gemeinsamen Sonnenbad

Erst musste ich aber vor ihm davonlaufen. Er dachte, ich bin Futter, weil ich rot bin. Ich habe mich dann vorsichtshalber hinter ihn gesetzt!

“Heee, du: hör auf, hinter mir her zu laufen! Ich bin kein Futter, ich bin Ecki, das kleine Chamäleon!“

“Oooch, ich dachte du bist eine besonders appetitliche und große Schabe… Entschuldigung ich habe rot gesehen! Und ich erkenne nur noch Farben und keine Formen mehr auf dem rechten Auge.“
“Was ist dir denn passiert?“

Der Überfall…

“Ja stell dir vor, ich spaziere da so ganz gemütlich entlang eines Grabens. So ganz gemütlich auf der Suche nach was zum Essen. Weißt du, so gemütlich hier und dort gezüngelt. Zwischendurch ganz gemütlich gesonnt und ab und an die Gegend inspiziert. Plötzlich war es vorbei mit der Gemütlichkeit. Plötzlich kamen 4 Hunde angelaufen und haben mich angebellt. Da ist mir ganz Angst und Bang geworden. Ich habe versucht, mich so groß wie möglich zu machen. Ich bin doch noch gar nicht ausgewachsen, weißt du. Eigentlich bin ich ein Jugendlicher. Aber ich habe versucht gefährlich auszusehen. Die Hunde haben sich leider nicht getrollt, sondern angegriffen. Sie kamen immer näher und formierten sich zu einem Kreis um mich herum. Ich habe nach einem Ausweg gesucht, weil ich gemerkt habe, dass sie nicht verschwinden werden. Ich wollte weglaufen, so schnell ich kann. Und ich kann schnell, musst du wissen. Ich wollte mich auf einen Baum flüchten und habe auch einen in der Nähe gesehen. Als ein Hund angefangen hat nach mir zu schnappen und ich seine Zähne vor meinem Kopf aufblitzen sah, bin ich einfach losgestürmt. Erst schien es auch zu klappen. Ich konnte den Kreis der Angreifer durchbrechen, aber dann schlugen die Zähne eines Hundes dicht neben mir aufeinander. Ich habe Haken geschlagen, aber es waren einfach zu viele Verfolger. Und als mich einer der Hunde am Hinterteil erwischt hat, konnte ich nur noch versuchen ebenfalls zuzubeißen. Ich habe gefaucht, und gebissen, mich gewunden und meine Krallen in das Fell der Hunde geschlagen. Aber da hatte mich auch schon einer am Kopf und schleuderte mich hin und her, dass mir Hören und leider auch Sehen verging. Wie im Nebel habe ich danach Menschengeschrei gehört. Und plötzlich ließen die Tiere los, jaulten auf und trollten sich.

…und seine Folgen

Ich lag auf dem Boden und konnte mich vor Schmerz nicht mehr bewegen. Ich wollte meine Chance nutzen und fliehen, aber es ging nicht mehr. Ich wurde hochgehoben und in eine Kiste gepackt. Ich habe einfach alles danach mit mir geschehen lassen, weil ich wusste, dass ich Hilfe brauche. Nach und nach lernte ich die Stimme von Stefan kennen und lernte, dass er nicht gefährlich ist. Mittlerweile wehre ich mich nicht mehr, wenn er mich anfasst.

Stefan und Baan-chan

Er gibt mir Futter und hat mir ein Gehege gebaut. Ich habe eine eigene Badewanne, die ich jeden tag verdrecken kann und Stefan macht sie wieder sauber! Ich habe auch eine künstliche Sonne, aber am liebsten ist es mir, wenn ich aus dem Gehege raus und auf dem Boden nach einem Sonnenplätzchen suchen kann. BengalenwaranHabe ich die warmen Steine mit der wohltuenden Sonne gefunden, lasse ich mich flach darauf nieder, um so viel Wärme wie möglich auf meinen Körper scheinen zu lassen. Dir brauche ich ja nicht zu erzählen, wie schön es ist gemütlich in der Sonne zu liegen! Manchmal aber kommt der Schmerz in meinen Kopf gefahren, dann wird mir übel und ich weiß nicht was mit mir passiert. Vor dem Unfall hatte ich das nicht. Ich hoffe das geht irgendwann vorbei…

Baan-chans ungewisse Zukunft

Nun lebe ich also hier bei Stefan und es gefällt mir sehr gut, aber ich sehe in seinen Augen, dass er mich gerne wieder freilassen würde. Auch ich würde gerne wieder ganz gemütlich und frei über die Wiesen, durch den Wald und die Wasserläufe spazieren. Würde mir gerne gemütlich die Sonne auf den Rücken scheinen lassen und mir vielleicht irgendwann ein Mädchen suchen.
Aber ich habe so schrecklich Angst vor Hunden und das nächste Mal ist vielleicht keiner da, um sie zu verscheuchen…“

“Oh ja, das kann ich verstehen!! Der einzige große Hund, den ich bisher getroffen habe, war in Narkose.“
“Was ist das: Narkose?“
“Da schläft man ganz tief und fest. Erreicht wird das mit Medikamenten.“
“Hmmm, ich hätte gerne diese Medikamente, um Hunde zum schlafen zu bringen…“
“Naja, du müsstest eine Spritze betätigen können.“
“Das kann ich nicht mit meinen klobigen Krallen… Die sind messerscharf, aber nicht zum Arbeiten geeignet.“

Der Besuch bei Rocky, dem Bindenwaran

Während dem sonnen haben sich Uscha und Stefan auch die ganze Zeit unterhalten und auf uns aufgepasst.
Stefan hat Baan-chan dann wieder in sein Terrarium gesetzt und wir sind zu einem anderen Waran gefahren.
Der hat sich überhaupt nicht bewegt.

Rockys Geschichte
Rocky, der Bindenwaran

Es ist ein Bindenwaran mit dem Namen Rocky. Diese Warane liegen sehr oft einfach nur gemütlich im Wasser. Rocky hat auch ein eigenes Terrarium.

Rockys eigenes Haus

Stefan hat ein altes Klohaus zu einem Warangehege umgebaut. Es ist alles drin: Klettermöglichkeit, künstliche Sonne und eben eine große Badewanne.

Stefan bei seiner täglichen Arbeit

Rocky hat Stefan genau beobachtet, wie er das Wasser aus seiner Badewanne abgelassen und wieder aufgefüllt hat. Aber er hat nicht einmal den Kopf gehoben. Er hatte gar keine Angst vor Stefan. Obwohl Stefan ein Mensch ist, und Rocky von Menschen mit Steinen beworfen und geschlagen wurde. Dabei ist sein rechtes Hinterbein gebrochen. Er kann zwar im Gehege gemütlich herumspazieren, aber in der freien Natur kann er vor keiner Gefahr weglaufen.

Hilfe für Rocky

Deshalb muss sein Bein entweder operiert werden, oder er muss für immer in einem Gehege bleiben. Da beides sehr viel Geld kostet und Stefan für seine Arbeit als Reptilienretter kein Geld verdient, bittet er jeden, der es sich leisten kann, Rocky zu unterstützen. hier gehts zum Fundraising bzw Spendenmöglichkeit.
Auch könnt ihr natürlich auf der Facebookseite alle Neuigkeiten von Stefans Arbeit, Rocky und Co. erfahren.

Unsere Unterstützung

Auf dem Nachhauseweg habe ich mich ganz fest an Uscha gekuschelt, sie aus meinen Chamäleonkulleraugen angeschaut und gefragt, ob wir den beiden Waranen und Stefan nicht irgendwie helfen können. Zum Beispiel einen Teil des Geldes spenden, dass wir von Perlsacktiere durch den Verkauf von mir als limited edition bekommen.

“Mein lieber Ecki, DU bringst das Geld ein, DU schreibst die karten, DU machst die neuen Besitzer glücklich, also sollst auch DU entscheiden, wer unterstützt wird. Aber ich bin voll und ganz einverstanden mit deiner Entscheidung.“ sagte Uscha.

Und so geben wir 1 Euro pro verkauften Ecki an Stefan und sein reptile rescue phangan.

Wir sind nämlich beide überglücklich, dass auf der Insel phangan jemand lebt, der sich so gut um die Reptilien dort kümmert!!